Das kultische und heilkundliche Räuchern mit Pflanzen und Harzen hat eine sehr lange Tradition, - auch in unserem Kulturkreis. Die Geschichte und Hintergründe des Räucherns sind viel zu vielschichtig, als dass ich sie hier in ein paar Sätzen beschreiben könnte. Deshalb möchte ich an dieser Stelle ein Beispiel aus dem Alltag aufgreifen. Wer kennt nicht die Aussagen über die "dicke Luft", die in einem Raum hängt? Sie kann durch einen Streit entstehen, oder durch die Ausstrahlung eines Menschen verursacht werden. Wir spüren, wenn die Energie im Raum sich nicht gut anfühlt und haben das unweigerliche Bedürfnis nach Reinigung und auch Schutz. Vielleicht ist die erste Reaktion, einfach die Fenster zu öffnen, um frische Luft hereinzulassen, aber vielleicht ist die vorhandene Energie, die wir als "dicke Luft" wahrnehmen, damit nicht aufzulösen? In diesem Fall können wir eine Räucherung z.B. mit dem reinigenden Salbei durchführen.

 

Oder ein Wohnungswechsel steht an. Die Räume, die wir verlassen, können wir mit einem Räucherritual reinigen und uns damit auch bewußt verabschieden. Ebenso natürlich die neuen Wohnräume, die von allem Gewesenen gereinigt und dann begrüsst werden. Abschied und Neuanfang begegnen uns immer wieder im Laufe unseres Lebens. Das Räuchern im Jahreskreis beruht genau auf diesem ewig währenden Kreislauf. 

 

Unsere heimischen Wildkräuter und Heilpflanzen sind allesamt wunderbare Räucherpflanzen. Und das Fichtenharz, das wir in unseren Wäldern so einfach finden können, ist einem Weihrauch unbekannter Qualität und Herkunft allemal vorzuziehen. Warum also übers www in die Ferne schweifen, wenn das Gute vor der Haustüre wächst?

 

Auf dem Foto sind die Zutaten für eine Reinigungs-Räucherung zu sehen. Getrocknete Salbei-Blätter, Engelwurz-Wurzel, Kiefernharz, ein Beifuß-Räucherbüschel, die Räucherschale mit Sand und Kohle - und natürlich die Räucherfeder.